Ausgangslage
Bei einem persönlichen Besuch im Februar dieses Jahres hat Verteidigungsminister Günther Platter - als damaliger Kulturlandesrat - es "als sehr wertvoll für das Land Tirol" erachtet, dass auf diesem historischen Boden mit dem ehemaligen Triebwerksprüfstand (Raketenentwicklung um 1942-44) weitere Aktivitäten gesetzt werden, die nun auch international Beachtung finden sollen.
Aus diesem Grund plant der Verein " TIROSPACE " Tirols Beitrag zur Raumfahrt" (Europas einziger noch erhaltener Triebwerksprüfstand für die A4-Rakete) in Form einer Sonderausstellung darzustellen.
In Kramsach bestand einst ein Prüfstand für Triebwerke des "Aggregat 4/V2" - der ersten Flüssigkeitsrakete der Welt, die bis zu jenen Raketen weiterentwickelt wurde, die die erste Mondlandung ermöglichten.
Der Bogen soll sich von Hanns Hörbiger (aus der Wildschönau stammend), dem Urheber der Welteislehre, und dem Südtiroler Raketenpionier Max Valier, der 1930 bei einem Test in Berlin tödlich verunglückte, bis zum Beitrag der Planseewerke bei der Entwicklung der Hitzeschilder für die Raumfahrt sowie die bei der Sommerschule Alpbach seit vielen Jahren behandelten Weltraumthemen spannen.

Verteidigungsminister Günther Platter, mit Hans Guggenberger (re.) und Martin Reiter (li.)

Die kleinste Rakete der Welt in Kramsach

Erste Bilder der Sonderausstellung


Durch Zufall lernten Hans Guggenberger und Martin Reiter in Deutschland einen Fachmann kennen, der für führende Museen der Welt (u. a. Technische Museen München und Berlin, NASA etc.) A4-Raketen originalgetreu restauriert bzw. nachbaut. Derzeit arbeitet er an zwei solcher Raketen. Er besitzt zwei Triebwerke, wie sie in Kramsach mit Wernher von Braun getestet wurden. Er wird diese für eine Sonderausstellung zur Verfügung stellen, was jedoch nur mehr im Herbst 2003 möglich ist, da die Triebwerke im ersten Halbjahr 2004 verbaut werden müssen. Aus diesem Grund beabsichtigt man noch im Herbst 2003 die Sonderausstellung "Tirols Beitrag zur Raumfahrt" zu eröffnen. Dieser anerkannte Fachmann mit Verbindungen zur NASA bezeichnet den hier noch originalgetreu vorhandenen ehemaligen Triebwerkprüfstand als "weltweit einzigartig".
Ein besonderes Augenmerk gilt den in der Werkstätte der Sagzahnschmiede - noch vorhandenen Bauteilen des einstigen Prüfstandes - sowie zahlreichen noch vorhandenen Originalrelikten. Ein Plan der ursprünglichen Anlage wurde bereits angefertigt. Ein Original-Treibstoffbehälter konnte als Dauerleihgabe gewonnen werden und mehrere Raketenteile von Seltenheitswert bereits für die zukünftige Ausstellung angekauft werden. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass ohne den Triebwerksprüfstand in Kramsach - übrigends der erste und einzige in Österreich - bisher noch keine moderne Raumfahrt möglich gewesen wäre.


 

Das 1:50 Modell des Prüfstandes "Marmor" in Kramsach-Hagau, am Platz der
heutigen Sagzahnschmiede, wurde von Markus Rupprechter in 200 Arbeitsstunden
gebaut und von der "Privatstiftung Sparkasse Rattenberg" finanziert. Es
zeigt detailgenau den 1943 gebauten triebwerksprüfstand für das Aggregat 4
(V2) der Heinkelwerke Jenbach. Das große Gebäude beinhaltet 4 Prüfboxen, das
kleine Gebäude die 4 Tanks mit Alkohol bzw. flüssigem Sauerstoff.
Das Gebäude befand sich in einem nahezu unzugänglichen Waldstück, zu eine
Holzbrücke über die sogenannte "Loar" führte. Beim triebwerksprüfstand
Marmor handelte es sich um eine "Geheime Kommandosache"!
 
 
 

 


Hans Guggenberger (li.) und
Martin Reiter mit der A4 in Peenemünde


1:50 Modell des Prüfstandes "Marmor"
v.l. Martin Reiter, Martin Gschwentner, Markus Rupprechter, Hans Guggenberger