Die
Besucher erwartet bei solchen Ausstellungen meist neben historischen
Fakten und Dokumenten eine große Anzahl künstlerischer
Exponate. Dass Hans Guggenberger und Martin Reiter in der Sonderausstellung
"Tirols Beitrag zur Raumfahrt nun erstmals in Tirol das
technische Potential des Landes in den Mittelpunkt stellen,
ist besonders lobenswert. Tirol hat nicht nur Berge,sondern
eine Menge innovativer Köpfe. So wird zum Beispiel Max
Valier zwar weltweit als einer der bedeutendsten Raketenpioniere
genannt, dass er aus Tirol stammte, wissen aber nur wenige.
Dem von einem Hof in der Wildschönau abstammenden Hanns
Hörbiger wurde sogar ein Mondkrater gewidmet und genau
am ersten Tag der Ausstellung "Tirols Beitrag zur Raumfahrt
werden Bilder des Tiroler Malers Helmut Zwerger mit einer Rakete
von Russland aus zur Internationalen Raumstation ISS starten,
wo mit diesen "Tiroler Werken die erste Vernissage stattfindet.
Die Planseewerke Reutte befassen sich schon seit Jahrzehnten
mit der Erforschung und Herstellung von hochwertigen Materialien
für die Raumfahrt und die Sommerschule Alpbach gilt bereits
seit einem Vierteljahrhundert als europäische Weltraumschmiede.
Viele der heute wichtigen Personen im Raumfahrtgeschehen haben
sich ihre ersten
wissenschaftlichen Sporen im Tiroler Bergdorf verdient.
Und
schließlich ist der historische Boden, auf dem die Ausstellung
stattfindet zu erwähnen, dem letzten original erhaltenen
Prüfstand für die Triebwerke der ersten Flüssigkeitsrakete
der Welt, dem Aggregat 4, das unter Hitlers Propagandanamen
V2 (Vergeltungswaffe 2) und mit Sprengköpfen
bestückt im 2. Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangte.
Trotzdem bauten
selbst die heutigen Raumfahrtprogramme darauf auf. Hans Guggenberger
und Martin Reiter wollen weder verherrlichen, noch
verurteilen, sondern ausschließlich dokumentieren. Das
ist ihnen mit dieser
Ausstellung und dem vorliegenden Buch gelungen. Sie haben ein
bisher in
Tirol noch nie dokumentiertes Thema aufgegriffen und dadurch
die Bedeutung
Tirols nicht nur im touristischen Bereich, sondern als Geburtsstätte
modernster
Techniken, die teils die Welt veränderten, dargestellt.
Dafür bedanke ich mich im Namen der österreichischen
Bundesregierung und wünsche der Ausstellung viel Erfolg.
Den Besuchern wünsche ich eine interessante Zeit. An ihnen
liegt es nun, über das Gelingen der Ausstellung zu urteilen.
"Tirols Beitrag zur Raumfahrt setzt einen neuen, innovativen
Akzent in der
interessanten Museumslandschaft des Unterinntals und bereichert
das kulturelle Angebot der ganzen Region. Vielleicht ist die
Ausstellung auch ein Ansporn für die Jugend unseres Landes,
sich dafür zu engagieren, Tirol auch auf technischem Gebiet
an die
Spitze zu bringen.
